Was schon lange vermutet wurde ist nun eingetroffen. Die Namen Goldingen und St. Gallenkappel werden gestrichen! Je nach Ansicht verliert das schöne Goldingertal dadurch massiv an Bedeutung. Die Dörfer Goldingen und St. Gallenkappel werden von der Landkarte gestrichen und zum grossen, diktatorischen Eschenbach. Wollen wir, dass als nächstes in unseren Pässen oder Identitätskarten als Heimatort und Wohnort Eschenbach steht?
 
Eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden der gesamten Region bringt uns viel mehr, als eine «erzwungene Fusion». Goldingen, St. Gallenkappel und Eschenbach sind gesund und verfügen über ausreichend Potenzial, um die Zukunft weiterhin unabhängig und eigenständig meistern zu können. 
 
Es braucht viel Mut, öffentlich zu seiner Meinung zu stehen. Oft hört man: «Weisst du, ich bin auch nicht für eine Gemeindefusion, aber ich kann dies nicht in der Öffentlichkeit kundgeben.» Die Handwerker und Unternehmer sind auf öffentliche und private Aufträge angewiesen. Niemand kann sich leisten, wegen einer «falschen Meinung» einen Auftrag nicht zu erhalten. Die Meinung der Verwaltung des Kantons und Gemeindebehörde zu teilen ist einfach. Eine gegenteilige Meinung zu vertreten ist jedoch sehr schwierig.
 
Wenn wir es im Kleinen nicht schaffen, kompromissfähige, gerechte Lösungen zu erarbeiten, wie soll diesin einer Grossgemeinde möglich sein. Wir brauchen unabhängige Personen mit Rückgrat, die bereit sind, trotz Widerstand ihre Meinung zu sagen und auf Kompromisse eingehen. Dafür ist eine tolerante Gesprächskultur notwendig. Besinnen wir uns doch auf den weitsichtigen Rat von Nikolaus von Flüe: «Steckt eure Grenzen nicht zu weit und mischt euch nicht in fremde Händel.» Darum sagen ich und hoffentlich viele Bürgerinnen und Bürger Nein zur Fusion.
 
Anna Fischbacher,
Hausfrau, Goldingen